Störungen der Sprachentwicklung:

Bei der Sprache eines Kindes handelt es sich um einen von vielen Faktoren abhängigen Entwicklungsprozess. Dabei gibt es große, individuelle Schwankungen was den sogenannten Normbereich betrifft.
Eignet sich das Kind das sprachliche System seiner Muttersprache allerdings nicht innerhalb der ersten 5 bis 6 Lebensjahre an, kann man davon ausgehen, dass eine Sprachentwicklungsstörung vorliegt.

primäre vs. sekundäre Störung:

Tritt eine Sprachstörung begleitend zu sensorischen oder organischen Defiziten auf (z.Bsp.: Wahrnehmungsstörungen, Hörstörungen, Erkrankungen oder Fehlbildungen des Mund-, Nasen-, Rachenraums, neurologisch bedingte, hirnorganische Erkrankungen bzw. kognitive Entwicklungsstörungen), dann handelt es sich um eine sekundäre Störung. Diese ist von einer primären, rein erwerbsbedingten, sogenannten spezifischen Sprachstörung (= SSES) abzugrenzen.

Spezifische Sprachentwicklungsstörungen (SSES):

Eine spezifische Sprachstörung liegt also dann vor, wenn die Defizite sich rein auf die sprachlichen Fähigkeiten begrenzen und nur die Sprachentwicklung, isoliert von anderen Funktionen betroffen ist. Dennoch kann eine vorliegende Sprachentwicklungsstörung auf Grund der damit verbundenen Kommunikationseinschränkungen sehr wohl zu Defiziten der weiteren emotionalen und kognitiven Entwicklung führen, sehr oft kommt es zu einer Behinderung des Lernens, da dies weitgehend sprachlich vermittelt wird.
Man geht davon aus, dass ca. 7 bis 10 % aller Kinder unter Sprachstörungen leiden. Jungs sind in etwa dreimal so häufig von einer SSES betroffen wie Mädchen.
Zahlreiche Studien konnten belegen, dass es eine hochgradig genetische Einflusskomponente für das Entstehen einer SSES gibt, da ein weitaus höheres Auftretensrisiko bei Verwandten ersten Grades nachzuweisen ist.

Symptomatik:

  • Verzögerungen beim Erreichen der Meilensteine der Sprachentwicklung (erste Wörter, Sätze, Erreichen der 50-Wort-Grenze etc.)
  • schwer verständliche Aussprache (z.Bsp. Laut- und Silbenstrukturen werden altersuntypisch vereinfacht bzw. verfälscht)
  • zu geringer Wortschatzumfang mit sehr langsamer Zunahme und altersuntypisch eingeschränktem Wortwissen
  • grammatikalische Abweichungen von den Altersnormen in Bezug auf Äußerungslänge, Verwendung von Wortarten, Flexionen etc.
  • Störungen des Sprachverständnisses
  • kommunikativer Rückzug

Störungen im Schriftspracherwerb werden ausführlich im Kapitel “Lerntherapie”:index.php?article_id=50 behandelt und daher hier nicht weiter beschrieben.

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