“Erkläre mir – und ich werde vergessen.
Zeige mir – und ich werde mich erinnern.
Beteilige mich – und ich werde verstehen.“
Konfuzius

Lernen lernen

Lernen ist kein passiver Vorgang nach dem Motto: Je mehr Inhalte man eingetrichtert bekommt, desto mehr hat man gelernt.
Diese Annahme konnte inzwischen über die Lernpsychologie eindeutig widerlegt werden.

Lernen muss als Eigenaktivität verstanden werden, die aber nur erfolgreich sein wird, wenn auch die entsprechenden Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Dass Aufmerksamkeit, Motivation und Emotionen eine bedeutsame Rolle beim Lernen einnehmen, ist inzwischen zwar wohl bekannt, aber die entsprechenden Erkenntnisse finden nach wie vor leider nicht ausreichend Beachtung bei der Wissensvermittlung.

Wie funktioniert “Lernen” ? Ein kurzer Einblick

Dem Menschen stehen unterschiedliche Gedächtnissysteme zur Verfügung:

Im Arbeitsgedächtnis (auch Kurzzeitgedächtnis genannt) werden Informationen über einen begrenzten Zeitabschnitt bereitgestellt, um diese zu verarbeiten. Seine Kapazität ist begrenzt. Man geht davon aus, dass bei Kindern 5 bis 6 Informationseinheiten (z.Bsp. einzelne Laute, Ziffern, Wörter) gleichzeitig präsent gehalten werden können. Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche zu fokussieren, spielt in diesem Bereich eine große Rolle. Daher liegt bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen die Kapazitätsgrenze i.d.R. deutllich niedriger. Auch Einschränkungen der Wahrnehmungskanäle (auditiv, visuell, räumlich) können zu Problemen in diesem Gedächtnissystem führen.

Durch intensives Auseinandersetzen mit dem Lernstoff sowie über regelmäßige Wiederholungen können Lerninhalte dann dauerhaft in das Langzeitgedächtnis eingespeichert werden. Auch die emotionale Bewertung spielt hierbei eine große Rolle, was bedeutet, dass Lerninhalte, die man grundsätzlich ablehnt oder die mit negativen Emotionen (z.Bsp. Erinnerungen an Misserfolge) beladen sind, viel schwerer abgespeichert werden.
Damit sich der Lernstoff gut einprägen kann, ist es grundsätzlich sinnvoll, mehrkanalig zu lernen, also möglichst viele Sinne beim Lernen zu nutzen. Da der Langzeitspeicher eine außerordentlich große Kapazität aufweist, können darin abgespeicherte Informationen häufig nicht mehr abgerufen werden, da ihre Verarbeitungstiefe zu gering ist. Neben der intensiven, positiven Auseinandersetzung mit dem Lernstoff trägt das Lernen mit allen Sinnen dazu bei, dass sich Gedächtnisspuren tiefer eingraben und besser verfügbar sind. Allerdings lernen manche Kinder über bestimmte Sinneskanäle leichter als über andere, das heißt sie gehören einem bestimmten Lerntyp an. Ein spezifischer Lerntypentest kann darüber Auskunft geben, sodass jedes Kind seine individuellen Stärken auch beim Lernen nutzen kann.

Es ist unser Anliegen, Kindern und Jugendlichen in all unseren Förderangeboten Grundlagenwissen über Lernprozesse zu vermitteln, förderliche Lernstrategien einzuüben und hemmende Faktoren bewusst zu machen.

Für Schüler der Sekundarstufe bieten wir auch spezifische Kurse zum Thema „Lernen lernen“ an.

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