Phonologische Aussprachestörung:

Bei der phonologischen Störung handelt es sich um Lautverwendungsfehler. Sie treten auf, wenn Kinder Schwierigkeiten beim Erwerb des phonologischen Regelsystems haben, d.h sie können die Laute zwar isoliert motorisch korrekt bilden, zeigen aber Probleme bei der regelhaften Verwendung. Es handelt sich um eine Sprachstörung.

Phonologische Prozesse:

Das Vertauschen, Auslassen oder Hinzufügen von Lauten führt zu Bedeutungsänderungen des jeweiligen Wortes. Bei solchen Veränderungen handelt es sich um sogenannte phonologische Prozesse. Viele dieser Prozesse sind während der Sprachentwicklung des Kindes absolut normal. Die häufigsten sind:

  • Vorverlagerung von Lauten: z.Bsp.: /k/ wird durch /t/ (Kasse wird zu Tasse), /g/ wird durch /d/ ersetzt (Gabel wird zu Dabel)
  • Reduzierung von Konsantenverbindungen: z.Bsp.: Stuhl wird zu thul

Treten diese Prozesse 6 Monate länger als normalerweise auf, dann bezeichnet man dies als phonologische Verzögerung.

Pathologische Prozesse:

Zeigt ein Kind einen phonologischen Prozess, der so in der Sprachentwicklung normalerweise nicht vorkommt oder ungewöhnlich häufig auftritt, wird dies als pathologisch bzw. unphysiologisch bezeichnet.
Bsp.: Ersetzt ein Kind alle /w/ durch /b/ oder alle /f/ durch /p/ dann ist dies pathologisch. Ebenso handelt es sich bei einer Rückverlagerung von /t/, /d/, /n/ nach hinten zu /k/, /g/ und /ng/ um eine phonologische Störung (z.Bsp.: Gas kann Angika goch essen statt Das kann Annika noch essen) .
Da solche Prozesse die Verständigung extrem erschweren ist eine Sprachtherapie dringend angezeigt.

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