Phonetische Aussprachestörung:

Eine phonetische Störung kennzeichnet sich dadurch, dass ein Kind einen Laut konstant fehlbildet oder ihn durch einen nicht muttersprachlichen Laut ersetzt. Dabei handelt es sich um Schwierigkeiten bei der motorischen Realisierung des Lautes. Es handelt sich also um eine Sprechstörung.
Ursachen können mundmotorische Defizite sein (z.Bsp. mangelnde Beweglichkeit oder Fehlhaltungen der Zunge), taktil-kinästhetische Defizite (z.Bsp. mangelhafte Sensibilität im Mundraum) oder auch ein fehlerhaft eingeprägtes Artikulationsmuster.

Sigmatismus

Die am weitesten verbreitete phonetische Störung ist der Sigmatismus, bei dem es dem Kind nicht gelingt, den Laut [s] korrekt zu bilden. Beim korrekten [s] liegt die Zungenspitze am Zahndamm, die Zunge bildet mittig eine Rinne an der die Luft entlangströmt und während die Luft gegen die Zähne strömend entweicht, entsteht das typische Geräusch.
Es gibt verschiedene Sigmatismus-Arten je nachdem wie die Fehlbildung entsteht. Die am häufisten auftretenden sind:

  • Sigmatismus addentalis: Zunge wird an Schneidezähne gepresst, Luft entweicht fächerförmig, der Laut klingt unscharf und dumpf.
  • Sigmatismus interdentalis: Zungenspitze liegt sichtbar zwischen den Zähnen, Luftstrom wird nicht gebündelt, Laut ähnelt dem englischen th
  • Sigmatismus lateralis: Zunge bildet keine Rille, Luft entweicht in Wangentaschen, schlürfendes Geräusch entsteht

Schetismus:

Eine weitere phonetische Störung ist die konstante Fehlbildung des Lautes sch, was allerdings erst nach dem 4.Lebensjahr als Störung zu sehen ist. Auch hier ist eine inkorrekte Zungenposition für die Fehlbildung verantwortlich.

Mulitple Interdentalität:

Schiebt ein Kind bei der Bildung aller Laute die Zunge durch die Zähne, führt dies zu einer allgemein verwaschenen, undeutlichen Aussprache aller Laute.

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