Sprachverständnisstörungen:

Sprache wird einerseits zum Zwecke der Sprachproduktion erworben, also um sich anderen mitzuteilen. Andererseits dient Sprache aber auch der Sprachrezeption, also der Fähigkeit, als Hörer Gesprochenes zu verstehen. Eine basale Komponente für das Sprachverstehen ist die auditive Wahrnehmung und die Funktionstüchtigkeit des phonologischen Arbeitsgedächtnisses.
Sprachverständnisstörungen setzen sich besonders im Schriftspracherwerb fort, da schulisches Lernen in höherem Maße als vorschulisches sprachgebunden ist.

Oft fallen Sprachverständnisprobleme bei Kindern erst sehr verspätet auf, da sie zunächst in ihrer Kommunikation eher unauffällig erscheinen.
Dies liegt daran, dass Störungen des Sprachverständnisses nicht unmittelbar beobachtet werden können, da sie ja intern ablaufen. Allerdings kann man auf Grund unpassender Reaktionen darauf schließen.

Symptome sind:

  • Echolalien: Wiederholungen des Gesagten (oder Bruchstücke davon)
  • Reaktion und / oder Handlung sowie Antwort passen oft nicht zum Gesagten
  • Häufiges Ja-Sagen oder Nicken, wenn ein Nein besser gepasst hätte
  • Kinder orientieren sich an der Situation; sobald aber etwas außerhalb gemeint ist, passt ihre Reaktion nicht mehr
  • Häufige Antwort: Weiß nicht.
  • Anweisungen werden nicht oder nur unvollständig befolgt
  • bei Handlungsaufträgen kommt es oft zu Ausweichverhalten
  • beim Zuhören schweift der Blick ab, das Kind ist unruhig

Bei Auffälligkeiten im Sprachverständnis muss unbedingt auch die Hörfähigkeit überprüft werden, da einige der genannten Symptome auch auf mangelndes Hörvermögen hinweisen könnten.

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