Semantisch-lexikalische Störungen

Auffälligkeiten können sich sowohl im mentalen Lexikon (= Sammlung aller Wörter und dem dazugehörigen Wortwissen, über das ein Mensch verfügt) als auch bei der Wort-Semantik (= Wortbedeutungslehre) zeigen:
Für semantisch-lexikalische Störungen werden verschiedene Ursachen diskutiert: u. a. kognitive Einschränkungen, mangelnde sprachliche Anregung bzw. Erfahrungen, Einschränkungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses etc.

Störungen des Lexikons:

Ein Kind mit dieser Problematik fällt dadurch auf, dass es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Wörtern zur Verfügung hat, was sich in der Wortproduktion (= aktiver Wortschatz) und / oder im Wortverständnis (=passiver Wortsschatz) bemerkbar macht.

Erste Anzeichen im Alltag können sein:

  • Aufforderungen und Bitten werden falsch ausgeführt / falsch verstanden
  • Schwierigkeiten beim Benennen von Gegenständen / Handlungen etc.
  • Ersatzwörter wie Dings, das da werden gehäuft genutzt
  • Generalverben wie tun, haben, wollen werden verwendet bzw. Verben werden ganz ausgelassen
  • viele Gesten zur Verdeutlichung beim Erzählen
  • Gegenstände werden umschrieben statt korrekt benannt

Fallen Kinder dadurch auf, dass sie zwar über einen ausreichenden Wortschatz verfügen, in bestimmten Situationen dann aber ständig nach dem richtigen Wort suchen, könnte eine Wortfindungsstörung vorliegen.

Beobachtungspunkte:

  • lange Pausen im Wortabruf
  • Beim Memoryspiel wird der Gegenstand zunächst richtig benannt, kurz darauf gelingt dies nicht mehr
  • Herantasten an den korrekten Begriff mithilfe von Wortreihen
  • Wortneuschöpfungen z.Bsp. Schneidedings statt Messer
  • häufige Füllwörter wie “ähm…” oder Metakommentare “wie heißt?”
  • Gestikulieren und Zeigegesten (statt Benennung)

Störungen der Semantik:

Hier handelt es sich um eine Störung der Wortbedeutungsentwicklung, d.h. dass die inhaltliche Vernetzung des Wortschatzes beeinträchtigt ist.

Auffälligkeiten:

  • ab 4 Jahren: Kinder sortieren nach eigenen Kriterien z.Bsp. nach Farben statt wie gewünscht nach Größen
  • ab 4 Jahren: Kinder haben noch Probleme, korrekt nach Kategorien zu suchen (z.Bsp. beim Quartett spielen)
  • ab 5 Jahren: dem Kind gelingt es noch nicht, Oberbegriffe korrekt zu benennen (Teller und Tassen statt Geschirr)
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